Der Tiroler Max Reisch · Forscher – Pionier – Wissenschafter

20 -die „Sahara-Puch“ von 1932 - Ruf zu einer Ausstellung

Ruf zu einer Ausstellung in den „Ferdinand Porsche Erlebniswelten“ im fahr(T)raum Museum, Mattsee in Salzburg, die „Sahara-Puch“ rückt ins Zentrum des Interesses.
1932 - 2017, das bedeutet das 85-Jahr Jubiläum für die „Nordafrika Studienreise“ von Max Reisch

Der junge Student Max Reisch führte in den Sommerferien 1932 „zu Studienzwecken“ seine erste Fernreise durch.

                     

Als Hochbau-Ingenieur fertig ausgebildet hat er 1931 maturiert und begann ein Architektur-Studium an der Technischen Hochschule in Wien. Die Studenten hatte die Sommeraufgabe, daß sie Architekturskizzen anfertigen mögen, für Max, 19-jährig und passionierter Motorradfahrer, ein willkommener Anlass aus dieser Aufgabe endlich eine Fernreise zu machen! Max wollte ja bald durch die Syrische Wüste in’s ferne Indien fahren, so könnte er schon mal das Fahren im Wüstensand in der Sahara erproben....

Diese Studienreise führte von Wien über die Alpen an die Cote d’Azur und weiter in die spanische Hafenstadt Malage, hier wurde Europa verlassen. in Spanisch-Marokko, in Mellila war der Anfang der Ost-West-Befahrung von Nordafrika, in Algerien begann die „Sahara-Erprobung“ für Max Reisch und seine PUCH 250 ccm, welche er mit einer Spezialausrüstung - gemäß seinen Vorstellungen ausgestattet hat.

 von stud.arch.Max Reisch: Erst-Skizze für die Beladung seines Motorrades (Frühling 1932) und Packplan für die Veröffentlichung in der Zeitschrift „Das Motorrad“, erschienen im März 1933 

Er schnallte auf den Tank ein absperrbares Holzkästchen und „erfand“ damit, so nebenbei, den Vorläufer des, später so gebräuchlichen starken Tankrucksacks, rechts und links vom Hinterrad fanden Blechkästen Platz und damit waren die Motorrad-Koffer auch gleich „miterfunden“. 1933 veröffentlichte die Zeitschrift „Das Motorrad“/Berlin die Lösungen, welche sich Max Reisch ausgedacht hat. (Bilder oben)

Tatsächlich war diese Wüstenreise eine notwendige Grundlage für seine spätere Reise am Landweg nach Indien, der junge Student und sein wagemutiger Mitfahrer am hinteren Sattel, Alfred Schricker (aus Nürnberg) erfuhren die Risken hautnah am eigenen Leibe.

  

Max Reisch führte Tagebuch und veröffentlichte seine Reiseberichte in diversen Zeitungen und Zeitschriften, damit schuf er sich die Voraussetzungen für die Unterstützung seiner weiteren Expeditionsplanungen.

Dieses PUCH 250 „Kleinkraftrad“ war das erste österreichische Motorrad in Afrika und Max Reisch hat damit den Ruf der Marke Steyr-Daimler Puch AG untermauert, was ist aber aus den Skizzen geworden, was aus dem Architekturstudium? Man kann nicht sagen, daß die Skizzen schlecht gewesen wären, aber -

                        

- aber der Student wechselte die Fakultät und begann Wirtschafts-Geografie zu studieren....

Das Motorrad ist Zeuge der „Sturm- und Drangperiode“ eines jungen Studenten, der sich, ähnlich wie in der Wüste auch, manchmal verfahren hat. Max Reisch feierte bald nach der Rückkehr im Herbst 1932 erst seinen 20. Geburtstag und hat bis dorthin schon einiges geleistet.

Wenn wir dieses Motorrad 2017, nach 85 Jahren in der Ausstellung sehen können, ist dies vor allem dem Respekt zu „seiner treuen Gefährtin“ zu verdanken, er hat seiner Puch ewige Treue geschworen, hat sie ihn doch aus der sommerlichen Gluthitze der Sahara wieder heil nach Hause gebracht!